Eigener Strom aus eigener Gülle in Nordhorn
In Nordhorn (Niedersachsen) bewirtschaftet Andreas Groven (43) einen Milchviehbetrieb – gemeinsam mit seinen Eltern, seiner Frau, den drei Jungs und einem Auszubildenden. Der Betrieb hält 120 Kühe, davon gut 110 melkende Kühe, plus weibliche Nachzucht. Seit Mai 2024 macht eine 22-kW-Gülle-Kleinanlage von Biolectric aus der frischen Gülle des Hofes Strom, Wärme und einen wertvolleren Dünger.
„Das, was er uns gesagt hat, das würden wir erreichen – das haben wir sogar getoppt.“
Ein Stall, der schon für die Güllenutzung geplant wurde
Die Nutzung der Gülle war schon lange vor der Anlage ein Thema. „Wir haben uns eigentlich immer schon Gedanken über die Nutzung der Gülle gemacht“, sagt Andreas. Der Stall wurde damals bewusst mit planbefestigtem Boden gebaut, um die Gülle als Frischgülle zu nutzen und daraus Energie zu erzeugen. Damit passt der Betrieb ideal zu einer Biolectric-Anlage: Frische Gülle hat noch fast ihr gesamtes Biogaspotenzial.
Zwei Gründe, aktiv zu werden: Stromkosten und Dünger
Der erste Grund war die Energie. Die Strompreise sind gestiegen, und der Gedanke war, aus der eigenen Gülle noch mehr herauszuholen und möglichst autark zu werden. „Das schaffen wir nicht zu 100 %, da wir mit einem konventionellen Melksystem arbeiten – aber nahe 100 %.“
Der zweite Grund war der Dünger. Über Jahre hat der Betrieb mit einem Nachbarbetrieb kooperiert, dessen Sauengülle einen schönen flüssigen Dünger für das Grünland lieferte. Als der Nachbar seine Gülle anders lagerte, blieb nur noch die eigene, relativ feste Kuhgülle. Die Vergärung löst das Problem: Das Gärprodukt ist ein Dünger, der für die Pflanzen besser verfügbar ist und sich optimal auf dem Grünland verwerten lässt.
Eine Investition in Preissicherheit
Bei der Wirtschaftlichkeit bleibt Andreas ehrlich. „Es ist jetzt nicht so, dass man mit der Anlage ein riesiger Umsatztreiber wird“, sagt er. „Die Anlage gilt eigentlich als Invest, mit dem man seine Strompreise fix macht.“
Über das EEG erhält der eingespeiste Strom 20 Jahre lang eine feste Vergütung. Für einen Betrieb, der rund 90.000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, ist das eine wichtige Grundlage. „Das ist für mich eine Sicherheit. Ich sichere meinen Strompreis mit meiner eigenen Gülle ab und werte damit meine Gülle auch noch auf.“
„Solange ich Kühe halte und die Kühe ihren Mist abgeben, habe ich meinen Strom.“

Ein kleinerer CO₂-Fußabdruck für die Milch
Der Betrieb liefert an Arla. Die Molkerei ist beim Thema Nachhaltigkeit und CO₂-Fußabdruck sehr stark aufgestellt und zeigt nach außen, dass Landwirte dazu beitragen, den Fußabdruck ihrer Produkte zu verringern. „Davon profitieren wir im Moment schon, wenn wir unseren CO₂-Fußabdruck berechnen und verringern“, sagt Andreas. „Und ich glaube, dass das in Zukunft noch weiter zum Tragen kommen wird.“ Für ihn war die Anlage deshalb der nächste logische Schritt: die Gülle aufwerten und die Nachhaltigkeit der Milch verbessern.
Nur 5 bis 10 Minuten Arbeit am Tag
„Als Milchviehbetrieb hat man sowieso schon sehr viel Arbeit – sieben Tage die Woche“, sagt Andreas. Eine geringe Arbeitsbelastung war deshalb eine wichtige Voraussetzung.
Die tägliche Arbeit besteht aus einem kurzen Rundgang: ein Blick aufs Smartphone, ob alles rund läuft, ein Blick in den Container und die Dokumentation, wie viel Gülle durchgegangen ist. „Das sind am Tag, wenn man den Weg hierhin rechnet, 5 bis 10 Minuten maximal.“
Alle 800 Betriebsstunden ist eine Wartung fällig – Ölwechsel und Zündkerzen wechseln –, die Andreas selbst durchführt. „Am Anfang hat das 20, 25 Minuten gedauert. Mittlerweile komme ich mit einer guten Viertelstunde hin.“ Kleine Störungen, etwa ein Klotz in der Pumpe, behebt er selbst. „Der Service macht gute Arbeit und ist immer verlässlich. Die Anlage läuft, und das ist ja auch unser Ziel.“
Ergebnisse, die die Berechnung übertreffen
Vor der Investition hat Biolectric berechnet, was die Anlage auf dem Betrieb Groven leisten würde. „Wenn mir damals die goldenen Äpfel vom Himmel versprochen worden wären und die nicht eingehalten worden wären, dann wäre ich enttäuscht gewesen“, sagt Andreas. „Aber das, was er uns gesagt hat, das würden wir erreichen, haben wir sogar getoppt.“
Das war auch von Anfang an sein Ziel: Mit planbefestigtem Boden, frischer Gülle und hoher Milchleistung sollte die Anlage nahe 100 % laufen – und das schafft sie. „Wir würden sie auf jeden Fall wieder so nehmen, wie sie hier steht. Von daher bin ich rundum zufrieden.“
Entdecken Sie, was Biolectric für Ihren Betrieb tun kann
Möchten Sie wissen, wie viel Strom Ihr Betrieb aus der eigenen Gülle erzeugen kann? Nehmen Sie Kontakt mit Biolectric auf, um die Möglichkeiten zu besprechen, oder lesen Sie, wie andere Milchviehhalter bereits ihren eigenen Strom mit einer Biolectric-Anlage erzeugen.


